Lese- und Rechtschreibschwäche- LRS
Unter dieser Störung versteht man eine besondere Schwierigkeit beim Erlernen des Lesens und Rechtschreibens bei durchschnittlicher oder überdurchschnittlicher Intelligenz und normalen Sinnesfunktionen. Die Störung kommt bei 6-7% aller Schüler im Grundschulalter vor, bei Jungen 4 bis 10 Mal häufiger, als bei Mädchen.
Sie zeigt sich als Leseschwäche in Form einer besonderen Schwierigkeit
zur Synthese der einzelnen Buchstaben zum Wort. Die Rechtschreibschwäche äußert
sich in Form besonderer Probleme bei der Analyse der Worte in einzelne Buchstaben.
Das Zahlenschreiben ist charakteristischerweise nicht gestört.
Falls die Störung nicht behandelt wird, so sind Persönlichkeitsauffälligkeiten,
Schulunlust, Vermeidungsverhalten meist die Folgeerscheinung. Das heißt,
ein andauerndes Versagen beim Erlernen von Lesen und Schreiben ist eine soziale
Katastrophe.
Größere Untersuchungen haben belegt, dass von den Schülern mit einer länger bestehenden Lese- und Rechtschreibschwäche rund 20% psychisch unauffällig sind, 65% zeigen starke Angstzustände. Ein Großteil dieser Kinder neigt zu kleinkindhaften Verhaltensweisen und alle sind gekennzeichnet durch eine geringe Lernbereitschaft. (Betz/ Breuninger 1998).
Rechenschwäche- Dyskalkulie
Unter einer umschriebenen Rechenschwäche verstehen wir eine Störung, deren Hauptmerkmal eine ausgeprägte Beeinträchtigung der Entwicklung der Rechenfähigkeit ist, die nicht durch eine allgemeine intellektuelle Behinderung oder inadäquate schulische Betreuung erklärt werden kann. Die Schülerlnnen haben meist Probleme im räumlichen Vorstellen und Denken sowie im abstrakten Denken. Manchmal ist diese Schwäche auch mit der Lese- und Rechtschreibschwäche kombiniert.
Aktuelle Ansätze in der Förderung von LRS und Dyskalkulie
Es wird davon ausgegangen das LRS und Dyskalkulie nicht allein durch entsprechende Übungen zu beheben sind, sondern dass es sich von Störungen der kognitiven Informationsverarbeitung ableitet. Als weitere mögliche Einflussfaktoren werden vorausgehende Beeinträchtigungen der Sprache und sensomotorischen Entwicklung gesehen. Als mögliche Ursachen können jedoch auch Störungen der visuellen und auditiven Aufnahme und Verarbeitung zurückzuführen sein.
Eine Förderung sollte so früh wie möglich einsetzen, um aufgrund fehlender Erfolgserlebnisse sekundäre Folgen wie z.B. Schulunlust, negative Verhaltenskompensationen und Vermeidungsstrategien zu vermeiden.
Förderung in unserer Praxis
Wir arbeiten ganzheitlich und berücksichtigen neurophysiologische, systemische und entwicklungsbedingte Voraussetzungen zum Erwerb von Schulfertigkeiten. Dabei setzen wir an den Fähigkeiten des Kindes an und fördern spezielle Wahrnehmungskanäle und Teilleistungen, die zum erfolgreichen Lernen führen. Durch eine differenzierte Diagnostik der Fähigkeiten und Schwierigkeiten des Kindes werden entsprechende Therapiemethoden ausgewählt.
Folgende Therapiemethoden kommen zum Einsatz
• Einführung der visuell- kinästhetischen Rechtschreibstrategie
• Computergestütztes Lernen
• Verhaltenstherapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (nach Dr. Jansen)
• Sensorische Integration (nach J. Ayres)
siehe auch Lern-
und Leistungsstörungen

